Frühjahr 2014|02 – Arbeitslosigkeit & Wiedereinstieg

AFI Barometer | Arbeitnehmer-Innen | Arbeitsmarkt | 23. April 2014

Wie stark der Arbeitsmarkt im Umbruch ist, wird erst deutlich, wenn man die Entwicklung über einen ausreichend langen Zeitraum beobachtet. Zwischen 2003 und 2013 ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten in Südtirol um +15,4% angestiegen, am stärksten im Gastgewerbe (+31,6%), im Handel (+21,5%) und bei den privaten Dienstleistungen (+19,7%). Demgegenüber kam es in der Bauindustrie (-7,4%) und im Bauhandwerk (-11,2%) zu starken Rationalisierungen im Personalbereich.

Im Jahr 2013 waren im Schnitt 12.710 Personen beim Arbeitsservice der Landesverwaltung als arbeitslos gemeldet. In der Hälfte der Fälle handelt es sich um Personen über 40 Jahre. In 55% der Fälle ist der höchste Schulabschluss die Grund- oder Mittelschule. Es liegt auf der Hand, dass es einen gemeinsamen Kraftakt von Seiten von Politik, Sozialpartnern, Vermittlungsstellen und Bildungssystem bedarf, will man, dass die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt gelingt.

ReaktionArbeitsplatzverlust_ReazionePerditaLavoroWie würden Südtirols ArbeitnehmerInnen für den Fall reagieren, dass sie ihre derzeitige Arbeitsstelle verlieren?

Groß wäre die tendenzielle Bereitschaft, den Beruf gänzlich zu wechseln bzw. auch eine weniger qualifizierte oder schlechter bezahlte Arbeit auszuüben. Auch die Bereitschaft zu Um- und Weiterbildung wäre bei fast 70% der Befragten gegeben. Nur knapp mehr als die Hälfte der Befragten wäre hingegen bereit, einen Arbeitsweg von mehr als einer Stunde in Kauf zu nehmen. Nur ein sehr kleiner Teil wäre bereit, von Südtirol wegzuziehen bzw. sich selbstständig zu machen.

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