Frühjahr 2015|02 – Niedrigster Sorgenwert seit langem

AFI Barometer | Einkommen und Preise | Öffentliche Haushalte | Wirtschaftspolitik | 23. April 2015

Am 16. April sei die Gemeinschaftsdiagnose der führenden europäischen Prognose-Institute veröffentlicht worden, führte AFI-Direktor Stefan Perini in seinem Vortrag aus. Die Experten erwarteten, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung im Euro-Raum festige, begünstigt durch den niedrigen Rohölpreis und den schwachen Euro. Die Europäische Zentralbank halte an der expansiven Geldpolitik fest: „Dennoch dürfte die Inflation über das gesamte Jahr die Marke von ein Prozent nicht überschreiten“, so Perini. Die Weltkonjunktur werde 2015 vor allem von den USA angetrieben. Die Forscher rechneten für 2015 mit folgenden Wirtschaftswachstumsraten: USA +2,9%, Euro-Raum +1,4%, Deutschland +2,1%, Österreich +0,8%, Italien +0,4%. Positiv sei, dass in Italien die Stimmung sowohl bei den Unternehmen als bei den Verbrauchern wieder anziehe, berichtete Perini. Auf die Realwirtschaft habe sich dies bislang allerdings noch nicht positiv niedergeschlagen.

Südtirol: Alle sieben Indikatoren bessern sich, zwei davon deutlich

Die Stimmungsbild bei den Südtiroler Arbeitnehmern hellt sich durchgehend auf: Alle sieben Indikatoren entwickeln sich in eine positive Richtung – in zwei Fällen sogar relativ deutlich. Es handelt sich um jene, die das wirtschaftliche Umfeld betreffen, nämlich die erwartete wirtschaftliche Entwicklung und die erwartete Entwicklung am Arbeitsmarkt

Die fünf Indikatoren, welche die persönliche Situation der Arbeitnehmer abbilden, bleiben nur stabil mit leicht positivem Vorzeichen. 30% beträgt nun der Anteil der Südtiroler Arbeitnehmer der angibt, nur mit Schwierigkeiten über die Runden zu kommen, weil das Geld nicht bis ans Monatsende reicht. Es ist dies der niedrigste Wert seit Einführung des AFI-Barometers. Dazu AFI-Direktor Stefan Perini: „Es spricht einiges dafür, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung auch in Südtirol festigt. Sehen wir die Stimmungsindikatoren als Vorboten, so bahnt sich in Südtirol bei den Arbeitslosenzahlen eine Trendumkehr an. Für das AFI bleibt ein Wirtschaftswachstum von 1 Prozent für die Südtiroler Wirtschaft im Jahr 2015 absolut in Reichweite.“

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