Sommer 2014|01 – Sonntagsöffnung: Zwei von drei Südtiroler Arbeitnehmern sind dagegen

AFI Barometer | Arbeitnehmer-Innen | Qualität der Arbeit | Vereinbarkeit Familie Beruf | Work-Life-Balance | 14. Juli 2014

Öffnung der Geschäfte am Sonntag: ja oder nein? Ein Thema, das zweifelsohne die Südtiroler Gesellschaft teilt. Südtirols Arbeitnehmer treten in diesem Zusammenhang gleich in zweifacher Funktion auf: einmal als Konsumenten, ein-mal als Arbeitskraft. Was sie von der Sonntagsöffnung der Geschäfte halten: Im Sonderteil der fünften Ausgabe des AFI-Barometers wurde dieser Frage nachgegangen.
Im November 2011 wurde durch das Dekret „Salva Italia“ die vollständige Liberalisierung der Öffnungszeiten im Einzelhandel beschlossen. Die Provinz Bozen hat in Folge versucht, im Rahmen ihrer Zuständigkeiten die Öffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen unter Berücksichtigung der Tourismusintensität auf ein vertretbares Maß zu reduzieren. Das Landesgesetz wurde aber im weiteren Verlauf vor dem Verfassungsgericht angefochten und rechtswidrig erklärt.

Die Hauptergebnisse

Grafico2 ap DomKnapp zwei Drittel (65%) der Südtiroler Arbeitnehmer sind prinzipiell gegen die Sonntagsöffnung. 17% äußern sich dazu gleichgültig, 18% sind dafür. Auf die Frage, ob sie selbst sonntags einkaufen gehen, antworten 59% der Befragten, dass sie dies nie tun. 23% ge-hen selten, 14% manchmal und nur 4% oft am Sonntag ihren Einkäufen nach.
„In dieser Sache sind Südtirols Arbeitnehmer kohärent“, erklärt Irene Conte, die im Institut das AFI-Barometer betreut. „Wer gegen die Sonntagsöffnung ist, kauft sonntags auch nicht ein.“
Mehrheitlich sind Südtirols Arbeitnehmer der Meinung, dass eine regelmäßige Arbeit an Sonntagen ihr Familien- und Privatleben belasten würde: 65% würden dies als eher oder sehr große Belastung empfinden. Die restlichen 35% sehen dies hingegen weniger problematisch.
Grafico3 ap Dom„Die Sonntagsöffnung macht Sinn für grundlegende Dienste, in touristischen Gemeinden oder beschränkt auf bestimmte Zeiträume im Jahr. Sonntagsarbeit muss aber die Aus-nahme bleiben und nicht die Regel. Lebensqualität und zwischenmenschliche Beziehungen sind ein hohes Gut “, ist Toni Serafini, Präsident des AFI, überzeugt.

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