Sommer 2014|03 – Entlohnungen & Lebenshaltungskosten: ein problematisches Verhältnis

AFI Barometer | Arbeitnehmer-Innen | Einkommen und Preise | Sparen | 14. Juli 2014

Südtirols Arbeitnehmer sind mehrheitlich zufrieden mit ihren Löhnen, zumindest gemessen an ihrem Schul-/Studienabschluss (77%) bzw. an ihrer Leistung (68%).

Nicht so, wenn diese in Relation mit den lokalen Lebenshaltungskosten betrachtet werden. 55% zeigen sich diesbezüglich unzufrieden. Erst kürzlich haben Boeri, Ichino & Moretti in einer (umstrittenen) Studie nachgewiesen, dass Südtirol zwar italienweit die Provinz mit den höchsten durchschnittlichen Nominallöhnen ist, aber auf den 92. Rang abrutscht, wenn man die Lebenshaltungskosten mit berücksichtigt.

„Diese Studie überzeichnet wahrscheinlich das Phänomen“, unterstreicht AFI-Direktor Stefan Perini. „Es ist aber unumstritten, dass Südtirol Italienmeister im Preisniveau und gleichzeitig in der Preisdynamik ist. Mit allen positiven und negativen Implikationen.“

Diesbezüglich stellt Instituts-Präsident Toni Serafini fest „Leider halten die kollektivvertraglichen Entlohnungen nicht mit der lokalen Inflationsrate Schritt, und das in einer Provinz mit bereits hohen Lebenshaltungskosten. Hier kann und muss über die territoriale Verhandlungsebene interveniert werden.“

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