Sommer 2015|02 – Stimmung hellt sich weiter auf. Aber in den Taschen der Arbeitnehmer bleibt wenig.

AFI Barometer | Arbeitsmarkt | Konjunktur | 27. Juli 2015

Der wirtschaftliche Aufschwung in Südtirol festigt sich. Die Indikatoren für das wirtschaftliche Umfeld und die Arbeitsmarktentwicklung zeigen nach oben. Ihre eigene Situation hingegen nehmen die Arbeitnehmer  als unverändert wahr.

Die wirtschaftliche Erholung in Europa gewinnt an Breite. So haben die wichtigsten Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für die bedeutendsten Volkswirtschaften angehoben. Für das Jahr 2015 sind folgende Wirtschaftswachstumsraten vorgesehen: USA +2,2%, Eurozone +1,4%, Deutschland +1,9%, Österreich +0,5%, Italien +0,4%. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben weiterhin günstig: Die Zinssätze sind auf historischem Tiefpunkt, die Inflation äußerst bescheiden, der Euro quotiert schwach und die Rohstoffpreise sind auf Niedrigstniveau. Doch es lauern weiterhin Gefahren – das Damoklesschwert des „Grexit“, die China-Blase oder die Risiken im internationalen Bankensystem. In Italien rechnet die italienische Zentralbank angesichts der positiven Stimmungsindikatoren auf Arbeitgeber- und auf Arbeitnehmerseite sogar mit einem Wirtschaftswachstum von +0,7%.

graf_klima_deSüdtirol: zwei von sieben Indikatoren hellen sich auf

Das Stimmungsbild in Südtirol bleibt im Großen und Ganzen stabil, aber die zwei Indikatoren, die das wirtschaftliche Umfeld abbilden, hellen sich auf. So zeigen die Erwartungen betreffend die wirtschaftliche Entwicklung in den kommenden 12 Monaten einmal mehr nach oben, in etwas geringerem Maß jene über die Arbeitslosigkeit in Südtirol.

Unverändert im Vergleich mit dem Frühjahrsbaromter bleiben die Indikatoren, welche die persönliche Situation der Arbeitnehmer beschreiben: die Schwierigkeit, bis zum Monatsende über die Runden zu kommen, die finanzielle Situation der eigenen Familie, die Sparmöglichkeiten, die Gefahr, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren und die Perspektiven, eine gleichwertige Arbeitsstelle zu finden. Dennoch präsentiert sich das allgemeine Bild besser als vor drei Monaten. „Aus der Zusammenschau aaller Daten schließen wir, dass ein Wirtschaftswachstum von 1% für Südtirol in diesem Jahr realistischer denn je ist“, zeigt sich AFI-Direktor Stefan Perini zuversichtlich.

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