Sommer 2017|02 – Stimmungsbild

AFI Barometer | 20. Juli 2017

Zu Jahresmitte 2017 präsentiert sich für die Südtiroler Wirtschaft ein recht positives Gesamtbild: Die Wirtschaft zieht wieder kräftig an – dies bringen auch die Arbeitsmarktindikatoren zum Ausdruck. Von den sieben Stimmungsindikatoren, die im Rahmen des AFI-Barometers erhoben werden, hat sich kein einziger verschlechtert, im Gegenteil: Zwei haben sich deutlich verbessert, einer leicht, vier sind konstant geblieben. Dazu AFI-Direktor Stefan Perini: „Hält dieser Positivtrend auch im der zweiten Jahreshälfte an, wird das AFI die Wachstumsprognose für 2017 von aktuell 1,4% nach oben revidieren“. 

Der wirtschaftliche Aufschwung festigt sich weiter: international, in Europa, und nun auch in Italien. Die italienische Nationalbank erwartet im jüngst veröffentlichten Prognosebericht („Bollettino economico“) für die italienische Wirtschaft im Jahr 2017 sogar ein Wachstum von +1,4%. Auf internationaler Ebene haben die Unsicherheitsfaktoren seit den Wahlen in Holland und Frankreich etwas abgenommen. Viele der Rahmenbedingungen bleiben positiv: geringere Fluktuation auf den Aktienmärkten, niedrige Zinsen, rückläufige Arbeitslosenraten in den meisten EU-Ländern. Allerdings: Die Inflation ist von der EZB-Zielmarke von 2% noch weit entfernt. In Italien ist die Stimmung bei den Unternehmen wesentlich besser als bei den Konsumenten. Die EU-Kommission rechnete noch im Mai für das laufende Jahr mit folgenden Wirtschaftswachstumsraten: USA +2,2%, Eurozone +1,7%, Deutschland +1,6% und Italien +0,9%.

Die Stimmung bei den Arbeitnehmern hellt sich auf

Keiner der sieben Indikatoren, die im Rahmen des AFI-Barometers erhoben werden, hat sich im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert, im Gegenteil, zwei zeigen eine deutliche Aufhellung und sind auf ihrem Allzeithoch. Konkret geht es um die ´Erwartete Entwicklung der Arbeitslosigkeit in den nächsten 12 Monaten´ bzw. um die ´Suche nach einem gleichwertigen Arbeitsplatz´. 30,4% der Südtiroler Arbeitnehmer geben an, nur mit Schwierigkeiten über die Runden zu kommen, weil das Geld nicht bis ans Monatsende reicht. Im Zeitvergleich handelt es sich um einen eher niedrigen Wert. Leicht aufgehellt haben sich zudem die Einschätzungen, was die ´finanzielle Situation der eigenen Familie in den nächsten 12 Monaten´ anbelangt.

AFI-Wachstumsprognose voraussichtlich nach oben zu revidieren

Zu Jahresmitte lassen sich die Eckdaten die Wirtschaftsentwicklung in Südtirol betreffend durchaus sehen: Der Positiv-Trend am Südtiroler Arbeitsmarkt hat sich im 1. Halbjahr 2017 gefestigt (Unselbständig Beschäftigte: +3,0%, Erwerbsquote: 71,6%, Arbeitslosenrate: 3,5%). Die Erholung ist nun auch im Baugewerbe in aller Deutlichkeit sichtbar. Die Exporte konnten im 1. Quartal 2017 gesteigert werden (+4,6%), ebenso die Importe (+11,6%). Die touristische Wintersaison schloss mit einem Nächtigungsplus von +0,8% – berücksichtigt man nur die ersten vier Jahresmonate, waren es +1,8%. Die Inflation bleibt mit 2,2% im Schnitt der ersten sechs Jahresmonate nahe der EU-Zielmarke. Negativ hebt sich die Entwicklung am Kreditmarkt ab: Das Kreditvolumen ist in den ersten vier Jahresmonaten leicht gesunken (-2,1%), insbesondere was die Kreditvergabe an Unternehmen betrifft. Die AFI-Wachstumsprognose für die Südtiroler Wirtschaft von +1,4% im Jahr 2017 kann nach heutigem Wissensstand als Untergrenze betrachtet werden.

 


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