Winter 2016|01 – Traum vom Eigenheim rückt in weite Ferne

AFI Barometer | Arbeitnehmer-Innen | Einkommen | 17. Januar 2017

Vorschau AFI-Barometer – Winter 2016/2017

„Ein Eigenheim können sich viele Südtiroler Arbeitnehmer kaum mehr leisten“, bringt Direktor Stefan Perini die Ergebnisse der aktuellen Winterbefragung im AFI-Barometer auf den Punkt. Auch wenn grundsätzlich hinterfragt werden müsse, ob eine stark auf Eigentum ausgerichtete Wohnbaupolitik noch zeitgemäß sei, so zeige das AFI-Barometer doch unmissverständlich, „dass Südtirols Arbeitnehmerschaft mit dem bezahlbaren Wohnen große Not hat“, so Perini.

Wie schon im letzten Jahr hat das AFI | Arbeitsförderungsinstitut die Südtiroler Arbeitnehmer in der Winterausgabe des AFI-Barometers danach befragt, worin sie die größten Schwierigkeiten beim Erwerb des Eigenheims sehen.

Zu hohe Immobilienpreise und der schwierige Zugang zum Kredit

Die „zu hohen Immobilienpreise“ werden mit Abstand als der kritischste Faktor eingestuft. Fast 96% der Arbeitnehmer sehen das so. „Die Schwierigkeit, ein Darlehen zu erhalten“ wird von knapp 42% der Arbeitnehmer genannt. In den „zu hohen Folgekosten“, zum Beispiel für die Instandhaltung, aber auch für die Bezahlung der Immobiliensteuer GIS, sehen rund 28% ein Problem. Die mit „hohen Zinssätzen“ verbundene Zinsbelastung wird von rund 21% genannt. Offensichtlich weniger problematisch ist das „geringe Angebot an verfügbaren Immobilien“. Nur knapp 13% der Befragten sehen da so.

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Ranking der Schwierigkeiten unverändert

Im Vergleich zum AFI-Barometer des Vorjahres ist die Reihenfolge der bekannten Schwierigkeiten gleichgeblieben. Neu ist, dass die zu hohen Verkaufspreise von Immobilien den Südtiroler Arbeitnehmern noch stärker ein Dorn im Auge sind als vor einem Jahr. Zinsen für Wohnbaudarlehen werden dieses Mal weniger als Hemmschuh gesehen, was bei der aktuellen Zinsentwicklung durchaus nachvollziehbar ist. Das Angebot an Immobilien sehen die Arbeitnehmer noch einmal gelassener als schon im Vorjahr.

2017 Schlüsseljahr für das bezahlbare Wohnen

„Aus diesen Umfrageergebnissen leitet sich für uns der Auftrag ab, das Thema Wohnen für Arbeitnehmer wissenschaftlich zu vertiefen“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini. Unter anderem werde das Arbeitsförderungsinstitut konkret der Frage nachgehen, wie viele Monatslöhne es vor 50 Jahren brauchte, um ein Eigenheim für eine 4köpfige Familie zu erwerben und wie viele heute. „Die statistischen Daten, die wir gerade sammeln, weisen in die Richtung, dass es heute wesentlich mehr Monatslöhne für den Kauf oder Bau eines Eigenheimes braucht“ vermutet Perini. Das AFI wolle den Beweis erbringen, wie stark Löhne und Immobilienpreise in Südtirol heute auseinanderklaffen. Weil im Südtiroler Landtag das Gesetz Raumordnung & Landschaft und die Neuordnung der Wohnbauförderung über die Bühne gehen sollen, werde 2017 zu einem „Clou-Jahr“ für leistbares Wohnen, so Perini.