Chiara Saraceno

Tipp | Armut | 29. Februar 2016

ist eine der bedeutendsten Soziologinnen Italiens und „Fellow“ der britischen Akademie. Neulich war sie in Bozen, um ihr Buch „Il lavoro non basta. La povertà in Europa negli anni della crisi“ vorzustellen und über die Entwicklung der arbeitenden Armen zu sprechen. Einen Job zu haben reicht nicht mehr, um sich vor Armut zu schützen, ist die Erkenntnis von Chiara Saraceno zur Lage der Arbeitnehmenden in Italien.

Sehr oft wären die Löhne bzw. Gehälter von Arbeitnehmern sogar angemessen, wenn es sich um Singles handelte, aber sie sind es überhaupt nicht mehr, wenn damit eine bestimmte Anzahl an Familienmitgliedern ernährt werden muss.

Die Star-Professorin aus Turin sprach in Bozen auch über die verschiedenen Strategien des italienischen Wohlfahrtsstaates zur Unterstützung der Familien und zur Bekämpfung der Armut, die sich als nicht immer als treffsicher erwiesen hätten.

Die Lage in Südtirol sei da etwas rosiger, weil schon seit den 1970er Jahren die Wohlfahrt im Stile der modernen europäischen Sozialsysteme aufgebaut worden sei. (Siehe auch die Forschungsberichte des AFI zum Wohlfahrtstaat.)