Bau Handwerk und Industrie

Beruf Lehrdauer
Bodenleger *in 36 Monate
Fliesen-/…/leger *in 36 Monate
Tiefbauer *in 36 Monate
Bürofachkraft *in 36 Monate
Maurer *in 48 Monate
Maler *in 48 Monate
Lackierer *in 48 Monate
Zimmerer *in 48 Monate

Probezeit: 30 Arbeitstage.

Jahresurlaub: 4 Wochen, ausbezahlt über die Bauarbeiterkasse.

Freistellungen: 88 bezahlte Freistunden im Jahr. Diese werden jeden Monat auf dem Lohnstreifen ausgewiesen und ausbezahlt (4,95 %) und können nach Vereinbarung mit der Betriebsleitung bis Juni des Folgejahres genossen werden.

Lehrlingslohn im BAUHANDWERK: Wird seit 1. April 2017 auf der Grundlage des Bruttostundenlohnes des qualifizierten Arbeiters der 2. Kategorie berechnet (10,49 €), und zwar gestaffelt nach Semester/Lehrjahr von 35 % bis 70 %. Für Lehrlinge, die nach dem 01.07.2016 eingestellt wurden, gilt der Lehrlingslohn laut Landeszusatzabkommen vom 14.07.2016, wonach die Startentlohnung geringer ausfällt und beim erfolgreichen Abschluss des ersten Berufsschuljahres stärker ansteigt (Voraussetzung Notendurchschnitt von mindestens 7,5).

BAU HANDWERK
Lohngrundlage Kategorie 2 Brutto/Stunde 10,49 €
Lehrlingslohn im: bei Schulzeugnis 7,5+
1. Lehrjahr 35% 3,67 €  3,67 €
2. Lehrjahr 50% 5,25 € 60%  6,29 €
3. Lehrjahr 60% 6,29 € 70%  7,34 €
4. Lehrjahr 70% 7,34 € 80% 8,39 €

Lehrlingslohn in der BAUINDUSTRIE: Berechnungsgrundlage für den Lehrlingslohn von Arbeitern in der Bauindustrie ist der Bruttostundenlohn (Grundlohn, Kontingenz, Gebietszulage) des qualifizierten Arbeiters, der ab 1. Juli 2019 10,49 € beträgt.

BAU INDUSTRIE
Lohngrundlage Qualifizierter Arbeiter Brutto/Stunde

          10,49 €

Lehrlingslohn
1. Lehrjahr 40% 4,20 €
2. Lehrjahr 55% 5,77 €
3. Lehrjahr 70%  7,34 €
4. Lehrjahr 80%                 8,39 €

Der Lehrlingslohn einer Bürofachkraft im Sektor BAUINDUSTRIE wird auf der Grundlage des Bruttolohns der 3. Kategorie berechnet, der ab 1. Juli 2019 1.947,95 € beträgt.

Bürofachkraft BAUINDUSTRIE
Lohngrundlage Kategorie 3 Brutto/Monat 1.947,95 €
Lehrlingslohn
1. Lehrjahr 40% 779,18 €
2. Lehrjahr 55% 1.071,37 €
3. Lehrjahr 70%     1.363,56 €
4. Lehrjahr 80%     1.558,36 €

Der Brutto-Stundenlohn ist die Grundlage zur Berechnung der bezahlten Freistellungen (4,95 %), der Hinterlegung Bauarbeiterkasse (18,50 % brutto – 14,20 % netto) sowie für alle anderen vom Kollektivvertrag oder vom Landeszusatzvertrag vorgesehenen Zulagen, wie z.B. EVR, Überstunden, Außendienstzulage usw.

Bauberufsaltersprämie: steht auch den Lehrlingen nach zweijähriger Lehrzeit/Arbeit im Bauwesen zu. Voraussetzung sind 2.100 gearbeitete Stunden einschließlich der Krankheits-, Unfall- und Lohnausgleichstunden in den letzten zwei Jahren. Die Auszahlung erfolgt im Mai des Folgejahres auf Grund der gearbeiteten Stunden im vorherigen Zeitraum September bis Oktober.

13. Monatsgehalt und Urlaub reifen für jede gearbeitete Stunde an und werden vom Arbeitgeber monatlich in die Bauarbeiterkasse eingezahlt (14,20 %). Die Bauarbeiterkasse zahlt diese Beträge dem Lehrling im Juli und Dezember aus.

Kostenlose Arbeitskleidung: Dem Lehrling steht die Arbeitskleidung bereits am Tag der Einstellung zu, im Gegensatz zum Arbeiter, der dafür 420 effektiv gearbeitete Stunden vorweisen muss. Aushändigung erfolgt über die Bauarbeiterkasse. Wählbar nach Kits, siehe dazu die Auflistung im Bauarbeitermagazin.

Kostenlose Mahlzeit: Jeder Lehrling hat Anrecht auf eine warme Mahlzeit zu Mittag, bestehend aus Vorspeise, Hauptspeise und einem Getränk. Der Betrieb sorgt dafür, dass es dem Lehrling ermöglicht wird, die Mahlzeit einzunehmen, sei es durch die Einrichtung einer Mensa oder durch externe Dienste (Restaurants).

Außendienstzulage („trasferta“): Steht dem Lehrling zu bei Arbeit auf einer Baustelle außerhalb der Gemeindegrenze des Firmensitzes. Die Außendienstzulage ist frei von Sozialabgaben und Steuern und somit eine Nettoentlohnung.

Die Außendienstzulage im Sektor BAUHANDWERK entspricht prozentuell der Tagessätze eines qualifizierten Arbeiters der 2. Stufe (Stand 01.04.2017)

<10 km 7,20 €
>10 km – 30 km 9,20 €
>30 km 14,33 €

Die Außendienstzulage im Sektor BAUINDUSTRIE entspricht prozentuell der eines qualifizierten Arbeiters der 2. Stufe (Stand 01.07.2019)

<15 km 10 % der Stundenentlohnung
>15 km – 30 km 15 % der Stundenentlohnung
>30 km 20 % der Stundenentlohnung

Das Unternehmen gewährleistet die tägliche Anfahrt zur Baustelle mit betriebseigenen Fahrzeugen im Rahmen des Möglichen.

Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit: Minderjährige Lehrlinge dürfen laut Jugendarbeitsschutzgesetz Nr. 977/1967 keine Überstunden und Nachtarbeit (von 22 Uhr bis 6 Uhr früh) verrichten (bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres). Die gesundheitliche Eignung für die ihnen erteilte Arbeit muss einmal jährlich auf Antrag und auf Kosten des Unternehmens überprüft werden, und zwar in Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes (Südtiroler Sanitätsbetrieb). Eine teilweise oder vollständige Nichteignung für bestimmte Arbeiten muss vom Arzt ausdrücklich bescheinigt und dem Betroffenen mitgeteilt werden. Jugendliche haben das Recht auf mindestens zwei Tage Ruhepause pro Woche, die normalerweise mit dem Sonntag zusammenhängen. Nur bei begründeten technischen und organisatorischen Notwendigkeiten kann diese Ruhezeit auf nicht weniger als 36 Stunden pro Woche verkürzt werden. Der Lärmpegel darf an den Arbeitsplätzen für Jugendliche 80 Dezibel nicht überschreiten.

Unfallrisiken und gefährliche Stoffe am Bau: Bei Neueintritt in den Bausektor muss jeder Jugendliche vom Unternehmen 16 Stunden in Arbeitssicherheit und in den Grundzügen des Bauwesens geschult werden. Die Kenntnisse sind einmal jährlich aufzufrischen und auf weitere 8 Stunden auszubauen.

Krankheit, außerbetrieblicher Unfall:  Der Arbeitsplatz bleibt 9 Monate lang erhalten, für Lehrlinge mit einem Dienstalter von über 3,5 Jahren 12 Monate lang. Bei Krankheit besteht Anrecht auf eine 100-prozentige Entlohnung vom 4. bis zum 270. Tag. Bei einer Krankheitsdauer von bis zu 6 Tagen werden die ersten 3 Tage nicht entlohnt. Dauert der Krankenstand darüber hinaus, werden bis zu 11 Tagen die ersten 3 Krankheitstage zu 50 % entlohnt. Bei Krankheitsdauer über 11 Tage werden alle Tage zu 100% entlohnt.

Gesundheitsausgaben: Verschiedene Spesen werden von der Bauarbeiterkasse zu einem Teil rückvergütet, z.B. Zahnarzt, Sehbrillen, Linsen, Augenlaseroperation, usw. Im Laufe des Jahres 2019 sind Änderungen geplant. Link: https://www.bauarbeiterkasse.bz.it/leistungen

Krankmeldung: Muss vom Hausarzt oder Krankenhaus telematisch an die INPS übermittelt werden und der Lehrling muss das ärztliche Zeugnis oder die Protokollnummer beim Arbeitgeber abgeben.

Arbeitsunfall: Dem Lehrling steht bis zur klinischen Genesung die normale Entlohnung zu. Vom 1. – 3. Tag 100 % zu Lasten des Unternehmens, ab dem 4. Tag 60 % zu Lasten des INAIL, 40 % zu Lasten des Arbeitgebers. Der Arbeitgeberanteil wird in Fixbeträgen im Lohnstreifen ausbezahlt, der Anteil des INAIL entweder direkt über das Arbeitsunfallinstitut oder über den Arbeitgeber. Der Arbeitsplatz bleibt bis zur klinischen Genesung erhalten. Alle wichtigen Informationen dazu in („Grundinfos“) unter den entsprechenden Schlagwörtern.

Abfertigung, Zusatzrente: Im Bauhandwerk und in der Bauindustrie ist für die Zusatzrente ein Beitrag von 2% des vertraglichen Lohnes vorgesehen – 1% zu Lasten des Lehrlings und 1% zu Lasten des Arbeitgebers. Weitere Informationen dazu in den „Allgemeinen Bestimmungen für Lehrlinge“ unter den Schlagwörtern „Abfertigung“ und „Rente“.

Kündigungsfrist: 15 Kalendertage. Der Lehrvertrag kann am Ende des Lehrverhältnisses mit einer Kündigungsfrist von 15 Kalendertagen aufgelöst werden. Die Kündigungsfrist muss sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Lehrling eingehalten werden. Die Kündigung von Seiten des Arbeitgebers muss schriftlich erfolgen (Einschreibebrief mit Empfangsbestätigung). Die Kündigung von Seiten des Lehrlings muss telematisch über die Seite des Arbeitsministeriums erfolgen.

Für die Auflösung des Lehrverhältnisses in der Bauindustrie vereinbaren die Vertragsparteien ausdrücklich einen Zeitraum von 10 Arbeitstagen ab dem Ende der Lehrzeit (Gesamtvertragsdauer) oder ab Abschluss der Gesellenprüfung, unabhängig von deren Ergebnis.

Geregelt wird das Arbeitsverhältnis der Lehrlinge im Sektor BAUHANDWERK von den gesetzlichen Bestimmungen für Jugendliche und Lehrlinge allgemein, vom gesamtstaatlichen Kollektivvertrag vom 23. Juli 2008, vom Landesabkommen zur Neuregelung des Lehrlingswesens im Bereich Handwerk vom 14. Juli 2016.

Geregelt wird das Arbeitsverhältnis der Lehrlinge im Sektor BAUINDUSTRIE von den gesetzlichen Bestimmungen für Jugendliche und Lehrlinge allgemein, vom gesamtstaatlichen Kollektivvertrag vom 18. Juni 2008, vom Landesabkommen zur Neuregelung des Lehrlingswesens der ersten Stufe im Sektor Industrie vom 28. Juli 2016.