20. Februar 2017

Die Sanieroffensive

Stefan Perini ("Wirtschaft Quer")

Das Land legt in der energetischen Sanierung von Gebäuden einen Gang zu. Der Haken sind die Kondominien – aber nicht nur.

Öffentliche Geldmittel, die in die Energieeffizienz von Gebäuden investiert werden, sind gleich dreifach sinnvoll angelegt: Sie helfen Südtirol, die Klimaziele für 2050 zu erreichen, sie senken Heizkosten, ohne dass die Wohnqualität leidet, und sie verschaffen den hiesigen Unternehmen Aufträge.

Bis heute liegt die Sanierungsrate bei nur 1% des Gebäudebestandes pro Jahr. Um das Klimaziel 2050 zu erreichen, muss man sie auf 2,5% hinaufschrauben. Das hat die Landesregierung diese Woche dazu veranlasst, die Förderkriterien noch einmal attraktiver zu gestalten.

Beschleunigt werden soll insbesondere die energetische Sanierung von Mehrfamilienhäusern. Mineralwolle - mineral rock wool 02Diese schreitet bis heute nur schleppend voran. Ob die Anhebung des Fördersatzes von 30% auf 70% ausreicht, muss sich erst zeigen. Was die Kondominien betrifft, liegt der Haken nicht nur in der Entscheidungsfindung, sondern vielmehr in der Gesamtfinanzierung des Sanierungsvorhabens. Formen der Vorfinanzierung von Seiten des Landes könnten hier den entscheidenden Schub geben.

Parallel sollte das Energiemanagement für Landesimmobilien forciert werden. Ämter, Schulen, Museen, Kultur- und Freizeiteinrichtung der Landesverwaltung sind in insgesamt 591 Immobilieneinheiten (Stand April 2016) untergebracht. Mitberücksichtigt werden müssen auch die größten Energiefressen, nämlich die Krankenhäuser (die zwar nicht zur Landesverwaltung, aber zu den Sanitätsbetrieben zählen) und die Erlebnis- und Hallenschwimmbäder.

Des Weiteren signalisiert man mir die Wichtigkeit, dass die Prioritätslisten von Technikern und nicht von Politikern gemacht werden. Das sei die beste Garantie für die Wirtschaftlichkeit von Sanierungsprojekten.

Zuerst erschienen in „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ vom 18. Feber 2017

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