28. August 2017

Arbeitsbedingungen – EWCS Südtirol: Fachlichkeit und Sachlichkeit

Es ist erfreulich, wenn die Ergebnisse des EWCS Südtirol 2016 einen Anlass zur Diskussion bieten. Sachliche Anmerkungen zur jüngsten Stellungnahme des Südtiroler Unternehmerverbandes.

Vorab: Der EWCS Südtirol 2016 ist und will kein Instrument sein, die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt zu analysieren, sondern untersucht die Qualität der Arbeitsbedingungen mit einem europaweit anerkannten Instrument. Zielsetzung der europaweit erstmals auf regionaler Ebene durchgeführten Erhebung ist der Vergleich der Arbeitsbedingungen Südtirols mit jenen Italiens, Österreichs, Deutschlands und der Schweiz.

Der EWCS Südtirol 2016 untersucht die qualitativen Aspekte der Arbeit aller Beschäftigten, d.h. von Arbeitnehmern genauso wie von Selbstständigen. Der Fragebogen wurde von der sozialpartnerschaftlich geführten Europäischen Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen, einer Agentur der Europäischen Union, ausgearbeitet und wird seit 1991 kontinuierlich weiterentwickelt (https://www.eurofound.europa.eu/de/about-eurofound).

Einige Vergleichszahlen zur in Frage gestellten Repräsentativität, damit Leser selbst ihre Schlussfolgerungen ziehen können: In Südtirol hat das mit der Erhebung beauftragte Forschungsinstitut apollis 752 Interviews mit Arbeitnehmern und Selbstständigen geführt. Es kommt in der Statistik nicht unbedingt allein auf die Anzahl an, sondern auf die Repräsentativität der Anzahl – nur zum Größenvergleich: Die Arbeitsbedingungen von 22.465.000 Beschäftigten in Italien werden mit einer Stichprobe von 1.400 repräsentativ ausgewählten Interviewpartnern erhoben, in Deutschland 2.000 für eine Beschäftigtenanzahl von ca. 40.211.000; in den meisten teilnehmenden Ländern lag die Stichprobengröße bei 1.000. Deshalb ist die repräsentative Stichprobe von 752 Interviewten für 245.000 Beschäftigte in Südtirol (ISTAT 2017) vollkommen ausreichend. Genauere Informationen für den speziell Interessierten finden sich im seit dem 17. Mai 2017 auf der Homepage des AFI veröffentlichten Methodenbericht (http://afi-ipl.org/veroeffentlichungen/ewcs-suedtirol-die-methodik-zoom-142017/).

Die mit der Erforschung der Qualität der Arbeitsbedingungen befassten Mitarbeiter des AFI | Arbeitsförderungsinstitut stehen den Verbänden, ob Gewerkschaften und Arbeitnehmerorganisationen, gerne für fachliche Diskussionen zur Verfügung und erläutern auf Wunsch die Möglichkeiten und die Grenzen dieser Studie.

Nähere Informationen geben:

Abrufbar sind die bisher erschienenen EWCS-Forschungsberichte auf der Homepage des Instituts: www.afi-ipl.org und auf der Themenseite www.gutearbeit-suedtirol.eu.

AFI Pressemitteilung |