15. Februar 2018

Branchenspiegel AFI-Barometer: Offene Türen für Arbeitnehmer

Die Winterausgabe des AFI-Barometers hat es aufgezeigt: Südtirols Arbeitnehmer hatten es noch nie so leicht, einen gleichwertigen Job zu finden wie heute. Jetzt zeigt der Branchenspiegel im AFI-Barometer, dass dies ausnahmslos in allen Sektoren der Südtiroler Wirtschaft der Fall ist. „Die aktuell gute konjunkturelle Lage sollte dazu genutzt werden, in den Unternehmen eine neue und faire Arbeitsorganisation für die digitale Zukunft aufzubauen“, empfiehlt AFI-Direktor Stefan Perini.

Knapp drei Wochen nach dem AFI-Barometer – Winter 2017/2018 veröffentlicht das AFI | Arbeitsförderungsinstitut die Umfrageergebnisse nach Sektoren, den sogenannten „Branchenspiegel“. Der Branchenspiegel Winter 2017/2018 zeigt, dass die Zuversicht von Südtirols Arbeitnehmern, einen gleichwertigen Job finden zu können, ausnahmslos in allen Sektoren gestiegen sind. Im Vergleich zu vor drei Jahren haben sich die Einschätzungen am stärksten im Gastgewerbe verbessert. „Hier hat der Index ganze 40 Punkte zugelegt“, berichtet Perini. Bessere Jobchanchen als vor drei Jahren rechnen sich auch die Arbeitnehmer im Handel aus (+33 Punkte). Immer noch nach oben, aber in geringerem Ausmaß, zeigen die Einschätzungen in der Landwirtschaft (+23), im Baugewerbe (+21), im Verarbeitenden Gewerbe (+20) und im Öffentlichen Sektor (+20) sowie bei den Privaten Dienstleistungen (+16). nDas aus acht Indikatoren zusammengesetzte Stimmungsbild der Arbeitnehmer differenziert sich nach Sektoren. Es folgen die Hauptergebnisse in Kurzform.

Landwirtschaft – Vergleichsweise gut imstande, mit dem Lohn über die Runden zu kommen

Arbeitnehmer in der Landwirtschaft geben im AFI-Baromter die besten Urteile ab auf die Frage, ob sie mit dem Lohn über die Runden kommen – auch wenn sich der Indexwert im letzten Quartal etwas etwas abgeschwächt hat. Die Erwartung zur Entwicklung der finanziellen Situation der eigenen Familie tendiert seit dem bis Frühjahr 2016 anhaltenden Höhenflug wieder leicht nach unten.

Verarbeitendes Gewerbe – Stimmungsschwankungen gering

In diesem Wirtschaftszweig geben die Arbeitnehmer recht stabile Urteile ab. Mit anderen Worten, Stimmungsschwankungen sind in diesem Sektor eher die Ausnahme als die Regel. Dies ist bemerkenswert, zumal das Verarbeitende Gewerbe der Sektor der Südtiroler Wirtschaft ist, der am stärksten von den internationalen Märkten abhängig ist. Die Suche nach einem gleichwertigen Job wird wesentlich unproblematischer gesehen als noch vor drei Jahren.

Baugewerbe –Stimmung zündet den Turbo

Das Baugewerbe ist der Sektor der Südtiroler Wirtschaft, in welchem sich die Stimmung der Arbeitnehmer im Zeitverlauf am stärksten aufgehellt hat. Nach oben zeigt die Zuversicht der Arbeitnehmer betreffend die wirtschaftliche Entwicklung Südtirols. Die Aussichten auf einen neuen, gleichwertigen Arbeitsplatz sind heute wesentlich besser als noch vor drei Jahren, allerdings hat sich der Indikator seit vier Quartalen nicht weiter verbessert. Gedämpfter sind die Erwartungen betreffend die Sparmöglichkeiten der eigenen Familie – sie sind seit Sommer 2016 von hohem Niveau aus rückläufig.

Handel – Stimmungsbild ähnelt jenem der Gesamtwirtschaft

Der Handel ist der Sektor der Südtiroler Wirtschaft, in welchem sich das Stimmungsbild am ehesten mit jenem der Gesamtwirtschaft deckt. Hervorstechendes Merkmal ist hier, dass die erwartete Entwicklung der Arbeitslosigkeit für Südtirol bis Sommer 2016 positiv verläuft und dann konstant bleibt. Die Schwierigkeiten in der Suche nach einem gleichwertigen Job haben sich seit Sommer 2015 deutlich abgemildert.

Hotel- und Gastgewerbe – Jobsuche so leicht wie nie

Es ist dies der Sektor, in welchen sich die Arbeitnehmer am wenigsten Sorgen machen, einen gleichwertigen Job zu finden. Im letzten Quartal ist der entsprechende Indikator ein weiteres Mal gestiegen, und zwar um ganze 6 Indexpunkte. Auch die Einschätzungen betreffend die aktuelle Fähigkeit, mit dem Lohn über die Runden zu kommen, zeigen im Zeitverlauf von niedrigem Niveau aus kontinuierlich nach oben.

Öffentlicher Sektor: Jobsicherheit trifft auf geringe Beschäftigungsfähigkeit

Hier ist es die geringste Sorge der Arbeitnehmerschaft, den eigenen Arbeitsplatz zu verlieren. Es ist aber auch der Sektor der Südtiroler Wirtschaft, in dem es die Mitarbeiter besonders schwierig sehen, einen anderen gleichwertigen Job zu finden, wenn es erforderlich wäre. Bei vielen anderen Indikatoren halten sich positive und negative Einschätzungen der Arbeitnehmerschaft die Waage, was sich dadurch ausdrückt, dass die Indikatorenwerte stets um den Nullwert tendieren.

Private Dienstleistungen – Aufschwung kommt bei den Arbeitnehmern am wenigsten an

Nirgendwo klaffen die Einschätzungen zum wirtschaftlichen Umfeld und zur persönlichen Situation so stark auseinander wie hier. Zur erwarteten Entwicklung der Wirtschaft und der Arbeitslosigkeit in Südtirol zeigen sich die Arbeitnehmer ausgesprochen zuversichtlich, zeigen aber nach wie vor große Zurückhaltung, wenn sie  auf die persönliche Situation angesprochen werden. Ähnlich wie in anderen Sektoren haben die Arbeitnehmer nicht den Eindruck, selbst vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung zu profitieren.

Der Branchenspiegel erscheint als Vertiefung einige Wochen nach Veröffentlichung der Gesamtergebnisse des AFI-Barometers. Das AFI-Barometer wiedergibt das Stimmungsbild der Südtiroler Arbeitnehmerschaft. Die telefonisch geführte Umfrage betrifft 500 Arbeitnehmer und ist für Südtirol repräsentativ. Das AFI-Barometer erscheint vier Mal im Jahr (Winter, Frühjahr, Sommer, Herbst). Die nächsten Umfrage-Ergebnisse werden Mitte April 2018 vorgestellt.

 Der Branchenspiegel Winter 2017/2018 kann hier abgerufen werden.

 Nähere Informationen erteilt AFI-Direktor Stefan Perini (T 0471 41 88 30, stefan.perini@afi-ipl.org).

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