04. Juni 2019

9 Zutaten für ein gelungenes Praktikum

Bild: Adobe Stock

Das AFI wertet seit Jahren die Praktika-Erfahrungen der Studierenden an der unibz bei privaten und öffentlichen Arbeitgebern in und außerhalb Südtirols aus. Daraus ergeben sich nützliche Erkenntnisse für Praktikanten und Arbeitgeber. Diese neun Zutaten machen aus jedem Praktikum eine schmackhafte Sache.

Zutat 1               Das Wichtige im Voraus abstecken

Für viele junge Menschen ist das Praktikum ein erstes Hineinschnuppern in die Arbeitswelt, für den Betrieb ist es Nachwuchspflege. Beide Seiten sollten im Bewerbungsgespräch Wünsche, Erwartungen und Grenzen so ansprechen, dass es hinterher keine Enttäuschung gibt. Für Einsteiger: Arbeitszeiten im Vorfeld klar vereinbaren!

Zutat 2               Einen Plan haben

Praktikanten wollen sich einbringen und nicht aus Verlegenheit mit irgendwas beschäftigt werden. Für die Tätigkeit im Praktikum sollte es einen genauen Fahrplan mit den vier „W“s geben: Wer (macht) Was Wo Wie. Wichtig ist auch die zeitnahe Integration ins Team. Für Chefs: Am besten ist eine Vorstellungsrunde gleich am ersten Tag.

Zutat 3               Tutor tut gut

Nach der Einweisung sollte eine Praktikumskraft weitgehend selbständig arbeiten können. Für gelegentliche Hilfestellung sorgt der Tutor, also der Ansprechpartner im Betrieb. Die Begleitung des Praktizierenden durch einen Tutor schafft hohe Zufriedenheit auf beiden Seiten. Für Tutoren: zwischendurch loben nicht vergessen!

Zutat 4               Fordern ja, überfordern nein

Um Praktikanten sinnvoll und produktiv einzusetzen, sind regelmäßige Arbeitsbesprechungen notwendig, in denen Praktizierende über Probleme und Erfolge berichten. Solche Gespräche sollte es alle zwei bis drei Wochen geben. Klar muss sein, wer der Praktikumskraft Anweisungen geben darf und wer nicht.

Zutat 5               Zu kurzes Praktikum ist für die Katz

Ein zu kurzes Praktikum bringt es nicht. Beide, der Betrieb und der Praktikant wollen die produktive Mitarbeit. Aber für anspruchsvollere Aufgaben lohnt es sich kaum, jemanden für nur zwei Wochen einzulernen. Ein Praktikum kann schon mal drei Monate brauchen, um Qualität und Mehrwert zu entwickeln.

Zutat 6               Das Recht auf Misserfolg

So wichtig wie das Anfangsgespräch ist das Abschlussgespräch mit dem Tutor. Es wird sehr geschätzt, wenn die gemachten Erfahrungen während des Praktikums gemeinsam und ehrlich bewertet werden. Merke: Praktizierende haben auch das Recht auf Misserfolg, denn ein Praktikum dient meist der Orientierung.

Zutat 7               Praktika erzeugen Mundwerbung

Junge Leute empfehlen jene Betriebe weiter, in denen ihr Praktikum professionell gemanagt wird. Das erleichtert die Akquisition zukünftiger Arbeitskräfte. Ein gutes Arbeitsklima im Betrieb ist entscheidend für die Weiterempfehlung durch Praktikumskräfte.

Zutat 8               Praktika bahnen Karrieren an

Praktika sind für den Einstieg in eine bestimmte Firma durchaus tauglich. Laut AFI-Studie ergibt sich für knapp jeden fünften Studierenden an der Uni Bozen aus dem Praktikum eine fortführende Zusammenarbeit mit dem Betrieb. Für den Betrieb sind Praktika ein Testlauf für potentielle Auszubildende. Deshalb: Praktikum ernstnehmen!

Zutat 9               Faire Vergütungen werden geschätzt

Für Praktikanten steht der Nutzen der Arbeitserfahrung im Vordergrund. Dennoch wird eine faire Vergütung geschätzt. Das Land Südtirol empfiehlt ein „Taschengeld“ von 600 bis 800 € im Monat. Misstrauen ist angebracht, wenn ein Praktikum fürstlich entlohnt wird. Wer mehr als 1.000 € im Monat verdient, landet oft als „Hans Dampf“ oder muss oft als „Mädchen für alles“ herhalten.

Die AFI-Studie zu den Praktikumserfahrungen der unibz-Studierenden finden Sie HIER.

Nähere Informationen erteilen AFI-Direktor Stefan Perini (T. 0471 41 88 30, stefan.perini@afi-ipl.org) und AFI-Forschungsmitarbeiterin Elisa Ganzer (T. 0471 41 88 38, elisa.ganzer@afi-ipl.org).

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