20. August 2021

AFI-Zoom EWCS: Die Betriebsgröße aus arbeitspsychologischer Sicht [Zoom 59/2021]

Tobias Hölbling

Südtirol hat, das ist sattsam bekannt, eine kleinteilig organisierte Wirtschaft mit vielen Klein- und Kleinstbetrieben sowie im mitteleuropäischen Vergleich vielen Soloselbstständigen: 39% der Südtiroler Betriebe mit mehreren Angestellten beschäftigen höchstens 9 Personen, 11% der Beschäftigten sind Selbstständige, die alleine arbeiten.

Aus arbeitspsychologischer Sicht, dies belegen die neuesten Erkenntnisse aus der vom AFI nach europäischem Standard geführten Erhebung der Arbeitsbedingungen EWCS (European Working Conditions Survey)*, kann man dieser Kleinteiligkeit einiges abgewinnen. Stichwort soziale Managementqualität: Sehr kleine Betriebe mit 2 bis 9 Mitarbeitern erreichen auf der Skala der sozialen Managementqualität sehr gute 81 Punkte, für Südtiroler Verhältnisse große Betriebe mit mehr als 250 Mitarbeitern demgegenüber nur 67 Punkte.

Auch das affektive Betriebsklima, das die emotionale Verbundenheit der Mitarbeiter mit dem Betrieb ausdrückt, ist mit 80 Punkten in Kleinstbetrieben mit 2 bis 9 Mitarbeitern sehr gut ausgeprägt. Demgegenüber stehen die großen Organisationen mit mehr als 250 Mitarbeitern, welche deutlich mickrigere 72 Punkte erreichen.

*Der EWCS analysiert öffentliche Organisationen genauso wie privat geführte Unternehmen.

AFI-Zoom Nr. 59: „‚Small is beautiful?‘ Die Betriebsgröße aus arbeitspsychologischer Sicht“ (PDF)

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