28. September 2018

Arbeit 4.0 – Soziale Organisation ist Trumpf

AFI-Tagung

Die Digitalisierung der Arbeitswelt hat nicht nur eine technologische Dimension. Die soziale Organisation des Unternehmens wird zum entscheidenden Erfolgsfaktor, das zeigt die wissenschaftliche Tagung des AFI zur Arbeitsorganisation auf. AFI-Präsidentin Christine Pichler: „Wir Gewerkschaften wollen kompetent bei Digitalisierung und Automatisierung mitreden. Die Forschung zeigt uns, dass soziale Sicherheit und gute Kollektivverträge eine hervorragende Voraussetzung für die anstehenden organisatorischen und technischen Innovationen in der Arbeitswelt sind.“

Bei der Digitalisierung und Automatisierung der Arbeitswelt sieht Clemens Zierler vom Institut für Arbeitsforschung und Arbeitspolitik an der Johannes-Kepler-Universität vor allem die technologischen, personellen und finanziellen Herausforderungen. Für die Unternehmen würden die Qualitätsanforderungen durch neue Technologien und die Sicherstellung der Versorgung mit geeignetem Personal zu primären Handlungsfeldern. Weil die Arbeit insgesamt flexibler, dezentraler, selbstgesteuerter und kollaborativer werde, sei die Beteiligung und Mitgestaltung der Arbeitnehmer auf eine neue Basis zu stellen. Für die Unternehmensführung bedeute das mehr auf Kooperation zu setzen und die Koordination im Unternehmen mit zentralen und dezentralen Elementen zu kombinieren.

Kultur des sozialen Kompromisses entscheidend

In diese Richtung zeigt auch Tobias Kämpf, Wissenschaftler am ISF München und Lehrbeauftragter der Technischen Universität Darmstadt. Er spricht vom neuen Bauplan für das Unternehmen der Zukunft. Leitbild sei das „agile Unternehmen“.  Wenn Arbeitsmittel und Arbeitsabläufe digitalisiert und vernetzt werden, brechen die bisher bestehenden “Silos“ auf. Dies ermögliche neue Formen der Kommunikation und Zusammenarbeit über bisherige organisatorische Grenzen hinweg. Statt starrer Befehlsketten stehen Beteiligung und ganzheitliche Qualifizierungsstrategien für alle im Mittelpunkt der Veränderung. Die Kultur des sozialen Kompromisses sei ein entscheidender Erfolgsfaktor, so Kämpf.

Kompetent mitreden und sozial gestalten 

Am Runden Tisch der Tagung diskutieren anschließend Barbara Jäger, Unternehmerin und Präsidentin der Dienstleister im hds, Georg Lun, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitutes der Handelskammer Bozen, Riccardo Brozzi von Fraunhofer Italia und Fabio Parrichini, Chef der Metaller im CGIL-AGB darüber, wie Südtiroler Unternehmen „digitalisieren“, welche Chancen und welche Risiken sich daraus ergeben und wie die Digitalisierung die Arbeitsorganisation und Führung verändert. Es gelte, die Entwicklungen, welche von den Referenten des AFI aufgezeigt wurden, angemessen auf die Südtiroler Verhältnisse zu übertragen, sind“, fasst die geschäftsführende Direktorin des AFI, Silvia Vogliotti, die Erkenntnisse der Tagung zusammen.

AFI-Präsidentin Christine Pichler: „Wir Gewerkschaften wollen kompetent bei Digitalisierung und Automatisierung mitreden. Die Veranstaltungsreihe des AFI Arbeit 4.0 unterstützt uns dabei. Unser Ziel sind  effiziente Betriebe mit hohen Sozialstandards und guten Arbeitsbedingungen. Die Forschung zeigt uns, dass soziale Sicherheit und gute Kollektivverträge eine hervorragende Voraussetzung für die anstehenden organisatorischen und technischen Innovationen in der Arbeitswelt sind.“

Nähere Informationen erteilen die geschäftsführende AFI-Direktorin Silvia Vogliotti (T. 0471 41 88 35, silvia.vogliotti@afi-ipl.org) und Forschungsmitarbeiter Werner Pramstrahler (T. 0471 41 88 44, werner.pramstrahler@afi-ipl.org).

Zu den Unterlagen der Tagung: Vortrag Zierler, Vortrag Kämpf

Es folgen in Kürze die Links Video/Audio (Interviews)

 

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