11. Oktober 2017

Die Top100-Unternehmen Südtirols und ihre Betriebsabkommen [Zoom 22|2017]

Anna Angonese, Luca Frigo

Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut hat die Top100-Unternehmen in Südtirol unter die Lupe genommen, um herauszufinden, wie der aktuelle Stand der Betriebsabkommen bei Unternehmen der Privatwirtschaft mit einer großen Zahl an Beschäftigten in Südtirol ist. Ergebnis: 45 große Unternehmen in Südtirol haben ein gewerkschaftlich ausgehandeltes Betriebsabkommen.

Je größer die Firma, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie ein gewerkschaftlich ausgehandeltes Betriebsabkommen hat. Legt man die Zahl der Unternehmen auf jene der Beschäftigten um, so stellt sich heraus, dass 60% der in den Top100 Beschäftigten vom Mehrwert eines Betriebsabkommens profitieren.

In fast allen untersuchten Betriebsabkommen (95,6%) machen die finanziellen Elemente wie Prämien oder Entschädigungen verschiedener Art den Löwenanteil aus. Bei mehr als der Hälfte der Betriebsabkommen (55,6%) geht es um Arbeitszeiten und bei fast der Hälfte (46,7%) um betriebliche Zusatzleistungen. Darunter fallen zum Beispiel eine Mensa, Essensgutscheine, Mitarbeiter-Shuttle, Treibstoffgutscheine, Kleinkinderbetreuung, Meeres- oder Bergaufenthalte für die Kinder der Beschäftigten. In den Betriebsabkommen, die fachtechnisch gesprochen ergänzende Kollektivverträge „der zweiten Ebene“ sind (die erste Ebene wäre der allgemeine Branchenkollektivvertrag auf staatlicher Ebene), werden auch gewerkschaftliche Angelegenheiten geregelt wie Mitbestimmung und Informationsrechte, die geschlechtliche Gleichstellung, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Weiterbildung, Arbeitssicherheit und Arbeitsbedingungen.

Das Element, das in Betriebsabkommen am häufigsten vorkommt, ist die Leistungsprämie. Wenn wir alle Betriebsabkommen anschauen, die Lohnelemente enthalten, dann sehen wir, dass in 9 von 10 Betriebsabkommen Leistungsprämien vorgesehen sind.


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