15. Januar 2016

Durst und Apparatebau machen’s vor

Dass und wie erfolgreich Sozialpartnerschaft in Betrieben sein kann, das beweisen die beiden Südtiroler Vorzeigeunternehmen Apparatebau und Durst Phototechnik AG. Das AFI | Arbeitsförderungsinstitut zeigt auf, wie das geht. „Zur Nachahmung empfohlen“, sagt AFI-Präsident Toni Serafini anerkennend.

Viele Südtiroler Leitbetriebe bewegen sich in Richtung betriebliche Sozialpartnerschaft. Es geht um eine moderne Arbeitsorganisation, die sowohl leistungsstark als auch mitarbeiterfreundlich ist. Denn wo es gelingt, Produktivität und soziale Sicherheit miteinander zu verbinden, dort wachsen die Motivation der Mitarbeitenden und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Das technische Instrument dafür sind innovative Betriebsabkommen, so wie sie in den Firmen Apparatebau aus Laag/Neumarkt und Durst Phototechnik AG aus Brixen verwirklicht wurden. Damit solche Partnerschaften Schule machen, hat das AFI das Modell der beiden Firmen unter die Lupe nehmen dürfen und daraus auch von anderen anwendbare Lehren gezogen.

„Wir wollten zwei für Südtirols produzierendes Gewerbe repräsentative Betriebe mittlerer Größe untersuchen, die eine vorbildhafte Form der Arbeitsorganisation anwenden“, erklärt AFI-Projektkoordinator Werner Pramstrahler. Beide Unternehmen stützen diese durch eine hoch entwickelte innerbetriebliche Sozialpartnerschaft ab, so die AFI-Studie. „Zusätzlich zu den betriebseigenen Sozialleistungen gibt es ein Betriebsabkommen, das die Parteien, nämlich die Mitarbeiter, die Belegschaftsvertretung und die Führung, in die Verantwortung nimmt.“

Die jüngste Tagung des Arbeitsförderungsinstitutes, auf der auch der Blick über die Landesgrenzen hinaus gewagt wurde, zeigte, dass hier zu Lande ein neues Verhandlungsmodell im Entstehen sei. Zum einen würden sich die Firmen an der mitteleuropäischen Sozialpartnerschaft ausrichten, zum anderen nützten sie die Flexibilität des italienischen Kollektivvertragssystems aus. Wie, darüber gibt die Tagungsdokumentation des AFI Auskunft. „In Südtirol könnte die moderne Sozialpartnerschaft noch weiter wachsen, indem etwa Betriebe mit paritätischen Kommissionen gefördert werden. Denkbar wäre auch, besonders sozialpartnerschaftliche Betriebe auszuzeichnen“, regt AFI-Direktor Stefan Perini an. „Die Gewerkschaften jedenfalls stehen bereit“ bekräftigt AFI-Präsident Toni Serafini.

Die Tagungsdokumentation des AFI | Arbeitsförderungsinstitut fasst den aktuellen Wissensstand zu „Partizipation der Arbeitnehmer“ und „betriebliche Sozialpartnerschaft“ in Südtirol zusammen. Siehe http://afi-ipl.org/veroeffentlichungen/small-sopa-suedtirol/

 

AFI Pressemitteilung | Sozialpartnerschaft