02. März 2017

Für Baumeister der sozialen Gerechtigkeit

Die immer größeren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ungleichheiten drängen auf rasche politische Lösungen. „Das AFI zeigt wissenschaftlich erprobte Wege auf, wie und wo gehandelt werden muss“, sagt AFI-Präsidentin Christine Pichler. 

Die Politik bemüht sich verstärkt um mehr soziale Gerechtigkeit. Damit es nicht bei Bekundungen in guter Absicht bleibe, sollten die Entscheidungsträger nicht nur die eigenen und lokalen Erfahrungswerte nutzen, sondern auch den von Wissenschaft und Forschung erarbeiteten Sachverstand zurückgreifen, regt AFI-Präsidentin Christine Pichler an. Es gebe wissenschaftlich erprobte Wege, wie soziale Ausgewogenheit erreicht werden könne. Als Forschungsinstitut habe das AFI auf diesem Gebiet einen ansehnlichen Wissensschatz angehäuft.

Das Arbeitsförderungsinstitut macht sich insbesondere für den „Baukasten“ der sozialen Gerechtigkeit der OECD stark. Die internationale Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat in langjähriger Forschungsarbeit die Erfahrungen vieler Staaten ausgewertet. „Davon kann und soll Südtirol profitieren“, so AFI-Direktor Stefan Perini. Der „Baugrund“ für mehr soziale Gerechtigkeit seien die Felder Arbeitsmarkt, Steuerpolitik, Wohlfahrt und öffentliche Investitionen.

„Baustein Arbeit: Je ausgewogener Junge und Alte, Männer und Frauen am Arbeitsmarkt teilnehmen, desto höher die Chancen für eine gerechte Gesellschaft. Baustein Steuerpolitik: Weniger Steuern auf Arbeit und mehr Steuern auf Vermögen, Einkommen progressiv besteuern und Steuerhinterziehung stärker bekämpfen.

Baustein Wohlfahrt: Eine soziale Mindestsicherung sollte die Grundbedürfnisse abdecken, Sondermaßnahmen für sozial gefährdete Gruppen gibt es obendrauf“, bringt Perini zentrale Elemente im Baukasten der sozialen Gerechtigkeit auf den Punkt.

Der beste und wichtigste Baustein für eine gerechtere Gesellschaft aber sei ein hochwertiges und allen zugängliches Bildungssystem mit Frühförderung für Kinder. Darin würden alle Forschungsinstitute übereinstimmen. „Die öffentlichen Investitionen in diesem Bereich werfen eine hohe Chancengleichheitsrendite ab und sind deshalb aufzustocken“, ergänzt Christine Pichler. Nicht zu vernachlässigen auch die öffentliche Unterstützung des Ehrenamtes und der Non-Profit-Organisationen, die für den sozialen Kitt in der Gesellschaft sorgen.

Das AFI habe in vielen der angesprochenen Einzelbereiche Daten und Expertisen erarbeitet, die es allen Baumeistern der sozialen Gerechtigkeit gerne zur Verfügung stelle, schließt Perini.

Nähere Informationen erteilt AFI-Direktor Stefan Perini (T. 0471 41 88 30, stefan.perini@afi-ipl.org).

AFI Pressemitteilung | Chancengleichheit