28. Mai 2017

Klimaschutz hat Hochkonjunktur

Stefan Perini ("Wirtschaft Quer")

Wie Südtirol zum Schutz des Klimas beitragen und damit Wachstum schaffen kann.

Der Klimawandel ist eine der ganz großen Herausforderungen. Zumal er schleichend vor sich geht, ist es schwer zu vermitteln, dass unverzüglich gehandelt werden muss, um die schlimmsten Folgen der Erderwärmung zu verhindern: Naturkatastrophen, Hungersnöte, Migration.

Ein frisches Papier der OECD rechnet vor, welche wirtschaftlichen Vorteile die Kombination von Klimaschutz und Wachstumspolitik hat. Die Wirtschaftsleistung in den G20-Ländern wäre bis 2021 im Schnitt um ein Prozent und bis 2050 um 2,8 Prozent höher, wenn die richtigen politischen Maßnahmen gesetzt werden. Umfassende Struktur- und Fiskalreformen und eine darauf abgestimmte Klimaschutzpolitik könnten den Klimawandel verlangsamen und zugleich Wirtschaftswachstum, Beschäftigung und Gesundheit vorantreiben. Interessant ist der Paradigmenwechsel. Galten früher Wirtschaft und Umwelt als Gegensätze, so entdeckt man jetzt eine Win-Win-Situation.

Südtirol rühmt sich, einige Klimaziele bereits erreicht zu haben. Freilich kann unser Land auch auf natürliche Gegebenheiten zählen, von denen andere nur träumen können (Wasserkraft, Biomasse, Sonne).

Eine Hypothek allerdings ist der Verkehr. Auch mit der Biodiversität soll es in Südtirol nicht zum Besten stehen, wie Forscher letzthin berichteten.

Welche Ziele Südtirol in seine Klima-Agenda schreibt, das wird in diesen Tagen hochkarätig diskutiert. Die Rechnung der OECD sollte dabei auch Modell stehen. In Südtirol hat der Klimaschutz jedenfalls wieder Hochkonjunktur.

Zuerst erschienen in „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ vom 27. Mai 2017

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