27. November 2019

Leichte Bremsspuren in 5 von 7 Branchen

Foto: Pixabay

AFI-Barometer | Branchenspiegel Herbst 2019

„Die Unternehmer sehen in Südtirol kurzfristig keine konjunkturelle Abschwächung, die Arbeitnehmer aber schon – das zeigt umso deutlicher der Branchenspiegel im Herbst an“, sagt AFI-Direktor Stefan Perini. In 5 von 7 untersuchten Wirtschaftssektoren flacht genau der Hauptindikator ab, der die Erwartungen der Südtiroler Arbeitnehmerschaft in Bezug auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung abbildet.

Wie rund läuft es mit der Südtiroler Wirtschaft in den nächsten 12 Monaten? Im Branchenspiegel des AFI-Barometer Herbst 2019 zeigen sich die Arbeitnehmer tendenziell zuversichtlich, insbesondere im Baugewerbe. Leichte Bremsspuren hingegen zeigen die Einschätzungen aus den 5 Wirtschaftsbereichen Landwirtschaft, Verarbeitendes Gewerbe, Handel, Hotel- und Gastgewerbe und Private Dienstleistungen. Im Öffentlichen Dienst bleibt die Stimmungslage unverändert.

Personalaufnahme wird abflachen

Über die Sektoren hinweg rechnen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem geringen Risiko, den eigenen Job zu verlieren (nur die Beschäftigten im Handel scheren in dieser Frage aus). Nach Einschätzung der Befragten gestalte sich die Suche nach einem gleichwertigen Job nach wie vor unproblematisch, auch wenn die Einschätzung nach Branchen sehr differenziert ausfällt. Deutlich nach oben zeigen die Perspektiven für einen Jobwechsel für Lohnabhängige im Öffentlichen Sektor, im Sektor Private Dienstleistungen und im Handel– in abgeschwächter Form auch in der Landwirtschaft. „Bereits von einer Trendumkehr sprechen kann man im Verarbeitern Gewerbe, im Baugewerbe und im Hotel- und Gastgewerbe – Signal dafür, dass die Personalaufnahme in den nächsten Monaten dort abflachen dürfte“, betont AFI-Direktor Stefan Perini.

 Mehr ältere Arbeitnehmer

 Im dritten Quartal 2019 zählte Südtirol genau 225.244 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Auffallend ist der Zuwachs an älteren Arbeitnehmern im Vergleich zum Vorjahresquartal: Die „Over 50“ haben um +3.781 Einheiten zugenommen (+5,9%), die jungen Arbeitnehmer unter 30 Jahren um 1.289 (+2,7%).

 Mehr Festanstellungen und massiver Sockel von Befristungen

 Im Jahresvergleich gehen die befristeten Anstellungen um -2.259 Einheiten (-3,1%) zurück. „Mit 30,9% aller Arbeitsverträge ist die befristete Vertragsform jedoch weiterhin massiv präsent“, sagt AFI-Forschungsmitarbeiter Friedl Brancalion. Der Rückgang erkläre sich mit den Beschränkungen und Steuerbegünstigungen im „Dekret-der-Würde“ und mit der Umwandlung von befristeten in feste Anstellungen im Zuge der wirtschaftlichen Expansion der Jahre 2017 und 2018. Des Weiteren durch die Stabilisierung eines Teils des befristeten Personals im Öffentlichen Dienst Südtirols, so das AFI.

 Stellungnahme von AFI-Präsident Dieter Mayr

„Aktuell ist die Lage am Arbeitsmarkt ausgesprochen gut, aber in einigen Sektoren zeigt sich eine gewisse Verlangsamung, die es genau zu beobachten gilt. Kurzfristige Herausforderungen: Befristungen zurückfahren und die interprofessionellen Bildungsfonds unter die autonome Verwaltung Südtirol bringen.“

 PDF Der Branchenspiegel im AFI-Barometer Herbst 2019

Nähere Informationen erteilen AFI-Direktor Stefan Perini (T. 0471 41 88 30, stefan.perini@afi-ipl.org) und AFI-Forschungsmitarbeiter Friedl Brancalion (T. 0471 41 88 40, friedl.brancalion@afi-ipl.org).

AFI Pressemitteilung |