03. Juli 2016

Tipps fürs gute Praktikum

Sommerzeit ist Praktika-Zeit.  Was den Erfolg eines Praktikums ausmacht, darüber gibt eine AFI-Studie Auskunft.

Insbesondere im Sommer bieten Betriebe und Organisationen verstärkt Praktika an. Das AFI untersucht seit vier Jahren die Praktika-Erfahrungen von Studenten der Universität Bozen bei Südtirols Arbeitgebern. Diese Erhebung zeigt auf, was ein „gutes Praktikum“ ausmacht. Alles beginnt mit den Erwartungen. Je besser man im Vorfeld Bescheid weiß, welche Erwartungen an das Praktikum gekoppelt sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es ein Erfolg für beide Seiten wird. Und was erwarten sich die Bewerber vom Praktikum? An erster Stelle stehen die Neugierde und der Wunsch, ein Berufsfeld genauer kennenzulernen. Es folgt das Anliegen, Erkenntnisse aus dem Studium anwenden zu können. Wichtig ist den Praktikanten, dass sie ernst genommen werden und sich mit eigenen Ideen einbringen können. Sie wollen vom Betrieb als Ressource gesehen werden und nicht als lästiges Anhängsel, das nur für eine Beschäftigungstherapie gut ist.

Das betriebliche Umfeld – verstanden als empfundene Fairness, Möglichkeit der Selbsterprobung, Begleitung durch den betrieblichen Tutor – ist tatsächlich die Grundlage für eine hohe Zufriedenheit mit dem Praktikum. Eine zentrale Figur im Betrieb ist der Tutor. So, wie es wichtig ist, im Anfangsgespräch mit dem Tutor die Ziele des Praktikums einvernehmlich abzustecken, so wird es von den Praktikanten sehr geschätzt, wenn sie in einem Abschlussgespräch mit dem Tutor die Arbeits- und Bildungserfahrungen aus dem Praktikum Revue passieren lassen können.

Wenn sich Studierende für Praktika bewerben, dann ist dies stets gekoppelt mit dem Wunsch, Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig sollte eine möglichst studiennahe Praktikumserfahrung ein wichtiger Vermerk im Lebenslauf sein. Die Erhebung des AFI unter den Studierenden zeigt, dass Praktika als Einstieg in die Arbeitswelt durchaus tauglich sind: in 17,3% der Fälle hat sich aus dem Praktikum eine dauerhafte bzw. projektbezogene Zusammenarbeit ergeben. Als Gradmesser für den Erfolg des Betriebes gilt die Weiterempfehlungsrate. Denn kaum etwas ist wertvoller für das Image und für die Attraktivität als potentieller Arbeitgeber, als wenn nach abgeschlossenem Praktikum gut über den Betrieb geredet wird. Das erleichtert die Akquisition wertvoller Arbeitskräfte wesentlich.

 Dieser Beitrag ist erstmals in der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“ vom 2./3. Juli 2016 erschienen.

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