07. Mai 2017

Vorne mit dabei

Stefan Perini ("Wirtschaft Quer")

Warum Südtirol auch bei den Löhnen in der Champions-League mitspielen sollte.

Zeitlich gut auf den Tag der Arbeit abgestimmt hat die Vereinigung der Arbeitsrechtsberater Daten über die Gehaltsniveaus in Italien an die Öffentlichkeit gebracht. Von allen Regionen hat Südtirol mit 1.476 € im Durchschnitt die höchsten Nettolöhne, 12% über dem nationalen Schnitt. Wer die Studie auf www.consulentidellavoro.it abruft sieht, dass sie methodisch auf wackligen Beinen steht – die Analysen basieren auf die Arbeitskräfte-Stichprobenerhebung des ISTAT und die Nettolöhne entspringen den Eigenangaben der telefonisch Interviewten. Darüber hinaus liegt es auf der Hand, dass die Löhne auch an den Lebenshaltungskosten in der jeweiligen Region gemessen werden müssen. Für die Autonome Provinz Bozen ist es leicht zu glänzen, wenn sie sich mit Regionen vergleicht, die mit zu den schwächsten in Europa gehören.

Mit seiner Wirtschaftsleistung schafft es Südtirol unter die ersten 30 von 250 Regionen Europas. Wie der scheidende Präsident des Südtiroler Unternehmerverbandes Stefan Pan öfter betont hat, „muss Südtirol den Anspruch erheben, in der europäischen Champions-League mitzuspielen“. Das gelingt zurzeit – Daten belegen das deutlich – dank des täglichen Einsatzes von rund 160.000 Südtiroler Arbeitnehmern. Sie machen die guten Ergebnisse der Südtiroler Privatwirtschaft erst möglich. Wenn man in der Champions-League der Wirtschaftsleistung mitspielt, dann muss es auch Champions-League-Löhne geben.

Unser Referenzrahmen ist London, München, Wien und nicht Caltanisetta oder Catanzaro.

Zuerst erschienen in „Die Neue Südtiroler Tageszeitung“ vom 7. Mai 2017

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