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Die Einschnitte, welche die Südtiroler Wirtschaft im sogenannten trimester horribilis hinnehmen musste, wirken auch im 3. Quartal 2020 nach. Obwohl auf deutlichem Erholungskurs zum Vorquartal, bleibt die Zahl der lohnabhängig Beschäftigten noch hinter jener des Vorjahres zurück (-2,5%). Die Coronakrise färbt nicht nur auch die Realwirtschaft ab, sondern, wie absehbar, auch auf die Stimmungslage. Von den 8 Indikatoren überrascht allerdings die Bewertung der interviewten Arbeitnehmer*innen hinsichtlich der Fähigkeit, mit dem Lohn über die Runden zu kommen, die nun mit besser bewertet wird. Im Moment sind die Konsum-  und Freizeitmöglichkeiten eingeschränkt. Es wird mehr gespart.

Diagramme: Aktuelle Fähigkeit der Arbeitnehmer mit dem Lohn über die Runden zum kommen

AFI-Barometer – Herbst 2020, Branchenspiegel >> PDF

75% der Südtiroler Arbeitnehmer hatten in den letzten 12 Monaten die Möglichkeit, an mindestens einer Weiterbildung teilzunehmen, um ihre beruflichen Kompetenzen auszubauen.

Der Großteil der Beschäftigten nahm auf Anleitung des Arbeitgebers an gezielten Fachkursen teil; ein bedeutender Anteil war auch bei externen Veranstaltungen dabei (sprich Tagungen, Konferenzen, Seminarenoder Workshops) oder wurde direkt am Arbeitsplatzeingearbeitet. In 27% der Fälle wurden berufsrelevante Kurse von den interessierten Arbeitnehmern privat finanziert.

  • 88% der in Südtirol befragten Arbeit-nehmer*Innen bildeten sich weiter, um ihre beruflichen Aufgaben besser ausüben zu können
  • 80% beteiligten sich auch bzw. vor allem aus Eigeninteresse. Andere wiederum wollten vor allem eine Bescheinigung oder ein Zertifikaterhalten, ihre Karriereaussichten verbessern, soziale Kontakte knüpfen, die später nütz-lich sein könnten, oder deneigenen Lebenslaufbereichern, um ihrenArbeitsplatz zu sichern.
  • 47% vom Arbeitgeber zur Teilnahme verpflichtet worden zu sein.

Die Weiterbildungsthemen in Südtirol geht es bei der Weiterbildung vor allem um drei große Themenbereiche:

  • 27%: Sprachkurse (nicht nur Deutsch und Italienisch, sondern auch Englisch);
  • 24%: spezifische EDV-Kurse oder Kurse für die Aktualisierungund den Ausbau bestimmter Fähigkeiten im technologischen Bereich;
  • 16%: Betriebs-management und Recht, um Führungs-, Werbe-, Marketing-und Rechtskompetenzen auszubauen.

 „Wer einen komplexen und verantwortungsvollen Beruf ausübt, verspürt meist einen stärkerenWeiterbildungsbedarf. Arbeitnehmer*Innen hingegen, die eher einfachen Aufgaben zugeteilt sind, würden sich oft auch anspruchsvollerenAufgaben gewachsen fühlen. Daraus folgt, dass ein Teil der Humanressourcen unterfordert ist und nicht angemessen eingesetzt wird“, erklärt AFI-Forscher Matteo Antulov.Indiesem Zusammenhang ist auchauf den „Matthäus-Effekt“zu achten, wie ihn die Forscher nennen (the rich get richer the poor get poorer) sprich auf die Gefahr, dass Arbeitnehmer*Innenin höheren Berufspositionen im Vergleich zu weniger qualifiziertenBeschäftigten leichter Zugang zur Weiterbildung haben.

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Nach dem abrupten Einbruch im Frühjahr verbessert sich die Stimmung bei Südtirols Arbeitnehmern ein zweites Mal in Folge. Mit Ausnahme einzelner Bereiche (allen voran Beherbergung und Gastronomie) zeigt sich die Südtiroler Wirtschaft relativ standfest – wesentlich für diese Entwicklung war die starke präventive Abfederung durch die öffentliche Hand. 2020 erlebe die Südtiroler Wirtschaft einen starken Einbruch, aber keine wirtschaftliche Katastrophe. Auf eine BIP-Entwicklung von real -6,5% im Jahr 2020 folgt +5,6% im Jahr 2021.

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73% der Befragten teilen die Meinung, dass jeder Arbeitnehmer und jede Arbeitnehmerin selbst am besten die eigenen Interessen vertritt und durchsetzt. Immerhin 66% sehen die Interessen der Arbeitnehmer/Innen am besten bei den Gewerkschaften aufgehoben, 61% bei den Sozialverbänden. Erstaunlich niedrig sind die Erwartungen politischen Parteien gegenüber (18%).

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