Karrierewege

„Weiter zum Meister und mehr“

Die Krönung zum Meister
Wer nach dem Lehrabschluss noch nicht genug hat, kann nach der Lehre einen einjährigen maturaführenden Lehrgang an einer berufsbildenden Schule besuchen und die Matura machen („Berufsmatura“). Danach stehen eine Meisterausbildung nach Wahl oder ein Weiterstudium an einer Hochschule offen.

Berufsmatura

Die erste Berufsmatura-Prüfung gab es in Südtirol im Sommer 2015. Und so geht’s: Wer drei Jahre lang eine Berufsschule besucht hat, macht nach Aufnahmeprüfung ein 4. Berufsfachschuljahr und ein 5. Vollzeitjahr, das mit der Matura endet. Nach vier Jahren Berufsschule steigt man direkt in das 5. Vollzeitjahr ein. Doch für alle, Lehrlinge wie Fachschüler, steht vor dem Einstieg in das 5. Jahr ein neuerlicher Aufnahmetest. Besonders Lehrlinge müssen angemessene Kenntnisse in Deutsch, Englisch, Italienisch und Mathematik unter Beweis stellen. Alle aktuellen Informationen zur Berufs-Matura gibt das zuständige Amt: www.provinz.bz.it/berufsbildung

Meister

Der Meister ist die höchste Qualifikation im Handwerk, Gastgewerbe und Handel. Um die Meisterprüfung ablegen zu können, muss man nach der Gesellenprüfung noch einige Jahre Berufserfahrung sammeln. Informationen zur Meisterausbildung in den verschiedenen Berufen gibt es beim Amt für Lehrlingswesen und Meisterausbildung, (T 0471 416 980), www.provinz.bz.it/meister.

Spezialisierung

Für 18- bis 29-Jährige, die schon die traditionelle Lehre oder die Berufsfachschule abgeschlossen haben, aber sich zusätzlich für einen spezifischen Beruf qualifizieren möchten, gibt es die „Berufsspezialisierende Lehre“. Infos unter www.provinz.bz.it/berufsbildung

Hochschule

Mit der „Lehre zur Höheren Berufsbildung und Forschung“ können 18- bis 29-Jährige bis zum Hochschulabschluss kommen, z.B. im Studiengang „Logistik- und Produktionsingenieur“ an der Universität Bozen. Mehr dazu weiß das zuständige Landesamt: www.provinz.bz.it/lehrlingswesen.

Zweisprachigkeitsnachweis

Wer eine Arbeitsstelle im öffentlichen Dienst antreten möchte, muss im Besitz des Zweisprachigkeitsnachweises sein. Je nach Arbeitsstelle sind unterschiedliche Sprachniveaus vorgeschrieben: für Stellen mit Grundschulabschluss das Niveau A2, für Stellen mit Mittelschulabschluss das Niveau B1, für Stellen mit Oberschulabschluss (Matura) das Niveau B2 und für Stellen mit Hochschulabschluss das Niveau C1.

Man kann den Zweisprachigkeitsnachweis auf verschiedenen Wegen erwerben: durch Ablegen der Zweisprachigkeitsprüfung, durch Ablegen eines Sprachzertifikates in einer Sprache und einer einsprachigen Prüfung in der anderen Sprache oder durch die Kombination einer Matura in der einen Landessprache und des Hochschulabschlusses in der anderen. Nähere Informationen  erteilt  die Dienststelle für die Zwei- und Dreisprachigkeitsprüfungen (T 0471 413 900, www.provinz.bz.it/bildung-sprache/zweisprachigkeit).

Der Landesaus- und Weiterbildungsfonds

Nach mehrjährigen gewerkschaftlichen Diskussionen konnte – beginnend mit Herbst 2019 – auch auf der landespolitischen Ebene ein Gespräch mit den Sozialpartnern Südtirols (Gewerkschaften und Unternehmerverbände) und dem Arbeits- und Berufsbildungsressort der Autonomen Provinz Bozen eingeleitet werden. Es geht dabei um die Umsetzung einer lokalen, landesweiten „trilateralen“ Verwaltung der Gelder aus einem Teil der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung (0,30% Fonds beim großen Sozial- und Rentenversicherungsträger Italiens, dem INPS) für die Stärkung der Aus- und Weiterbildung der abhängig Beschäftigten in der immer schnelllebigeren Arbeits- und Wirtschaftswelt von heute.

Dabei könnte auch das Landes-Lehrlingswesen durch ein neu zu schaffendes öffentliches Finanzierungsmodell auf eine deutlich bessere Grundlage gestellt und damit das Angebot an dualen Ausbildungsplätzen für die Jugend Südtirols ausgedehnt und gesteigert werden. Auch die Ausbildungskosten könnten gerechter verteilt werden, wodurch auch die Anzahl der ausbildungswilligen Betriebe Südtirols deutlich erhöht werden könnte.

Leider hat die Covid-19-Krise seit mittlerweile eineinhalb Jahren alles zum Stillstand gebracht. Diese Diskussionen sollten aber so bald wie möglich wieder aufgenommen werden, um in absehbarer Zeit zum oben genannten Ziel zu gelangen.


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